Overtime

Wer anfängt, in der Film- oder Modebranche zu arbeiten, dem begegnen oft Fachwörter, deren exakte Bedeutung nicht direkt ersichtlich ist. Im Folgenden erfährst Du daher, was der Ausdruck "Overtime" bedeutet und wie sich Überstunden für Dich als Model oder Schauspieler:in konkret auswirken.
Der Begriff "Overtime" kommt ursprünglich aus dem Sport, wird jedoch auch in der Mode- und Filmbranche, insbesondere im internationalen Kontext, häufig verwendet. Bezeichnet wird damit jene Zeit, die Models und Schauspieler:innen über die zuvor vereinbarte Zeit hinaus bei einem Shooting oder Dreh anwesend sind, oder kurz: Überstunden.

Üblicherweise wird vertraglich eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden plus einer einstündigen Pause vereinbart. Kommt es an einem Tag zu Verzögerungen, sodass das Shooting nicht zur vereinbarten Zeit endet, müssen Model und Schauspieler:in von den Auftraggeber:innen für diese Zeit zusätzlich bezahlt werden. Da sich niemals alle Abläufe bei einem Shooting oder Dreh zu einhundert Prozent geplant werden können, lassen sich Überstunden in der Mode- und Filmbranche kaum vermeiden, weshalb diese von jedem Model und Schauspieler:in eingeplant werden müssen. Dabei gilt: Solltest Du Dich nicht mehr in der Lage fühlen, das Shooting oder den Dreh fortzuführen, kannst Du dies dem Team am Set klar kommunizieren, da vor Beginn der Overtime von den Kund:innen die Zustimmung des jeweiligen Models bzw. des/der Schauspieler:innen eingeholt werden muss. Eine mündliche Zustimmung reicht zwar aus, jedoch ist es aus rechtlichen Gründen besser, diese schriftlich festzuhalten.
Zu beachten ist außerdem, dass in Deutschland gesetzlich festgelegt ist, dass nur in begründeten Ausnahmefällen mehr als 12 Stunden am Tag an einem Set gearbeitet werden darf.


Wie genau diese zusätzliche Vergütung berechnet wird, wird meist von der jeweiligen Agentur in ihren Geschäftsbedingungen explizit genannt. Dieser Vertragspunkt heißt im deutschsprachigen Raum in der Regel "Übereinkunft zu Überstunden". Hierbei ist es üblich, dass im Vertrag eine Kulanzzeit (oft rund 30 Minuten) vereinbart wird: Da sich nicht immer alle Abläufe am Set perfekt planen lassen, muss für Overtime in diesem Rahmen noch kein Zuschlag gezahlt werden.

Werden Schauspieler:in oder Model über die Kulanzzeit hinaus am Dreh gebraucht, kann den Kund:innen die zusätzliche Arbeitszeit in Rechnung gestellt werden. Üblicherweise lautet die Vereinbarung, dass das zuvor festgelegte Basishonorar pro angefangene Stunde um einen bestimmten Prozentsatz (beispielsweise 15 Prozent) erhöht wird.


Um die volle ihnen zustehende Vergütung zu erhalten, ist es wichtig, dass als Model oder Schauspieler:in genau Protokoll über die Arbeitszeit geführt wird. Dazu zählen beispielsweise Vorbereitungen (beispielsweise für das Make-Up) sowie Reisezeit, die verstreicht, wenn der Dreh an einem anderen Set fortgesetzt wird. Zur Overtime wird dahingegen zum Beispiel die An- und Abreise zum Shooting nicht gezählt. Diese fließt jedoch je nach Vertrag zum Teil in die Arbeitszeit mit ein.
Da Rechnungen in der Film- und Modebranche meist jeden Tag geschrieben werden, sollte ein Model seine Overtime am Set innerhalb von 24 Stunden seiner Agentur mitteilen, damit die Overtime definitiv mit in die Vergütung einfließt.


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