Close-Up - ganz nah dran

Für gewöhnlich wirken Models oder Schauspieler:innen immer etwas unnahbar - erst recht, wenn sie in einiger Entfernung auf Plakaten oder Kinoleinwänden erscheinen. Doch die Film- und Foto-Branche kennt ein wirksames Gegenmittel: Mit den zahlreichen Varianten des Close-up rückt sie die Stars und Sternchen in greifbare Nähe - und oft sogar darüber hinaus.

                  

Was ist ein Close-up?

Ganz allgemein umschreibt der englischsprachige Begriff eine Nahaufnahme. Sie kommt sowohl bei Filmarbeiten als auch bei Foto-Kampagnen zum Einsatz. Außerdem ist sie ein beliebtes Gestaltungsmittel für Sedcards und Modelbooks, denn mittels Nah- oder Detailaufnahme können potenzielle Darsteller:innen auf ihre individuellen Vorzüge fokussieren.
Zu diesem Zweck stehen verschiedenen Arten der Nahaufnahme zur Auswahl. Abhängig davon, wie dicht die Kamera heranfährt und in welchem Winkel sie ausgerichtet ist, unterscheiden Experten zwischen folgenden Close-ups:

Medium Close-Up

Diese Kameraeinstellung erfasst Darsteller:innen von der Hüfte aufwärts. Das entspricht in Etwa dem natürlichen Anblick in Live-Situationen. Bei Filmarbeiten wird das Medium Close-Up genutzt, um Dialog-Szenen zu gestalten; beim Fotografieren entspricht es der klassischen Porträt-Aufnahme.

Medium Shot

Steht der Foto- oder Videograf leicht erhöht und schaut vom Kopf auf den Hüftbereich hinunter, erzeugt die Kamera einen sogenannten Medium Shot. Dabei ist auch die Umgebung im Bild. Vereinzelt wird die Weite so eingestellt, dass der Medium Shot auch die Oberschenkel und/oder Knie des Models erfasst.

Headshot

Nähert sich die Kamera auf 3-4 m, sind nur noch Brust und Kopf der/des Darstellenden zu sehen. Dementsprechend entsteht ein Headshot bzw. Kopfbild. Im Englischen wird diese Nahaufnahme auch Talking-Head genannt, weil sie bei Dokumentationen oder der Nachrichtenübermittlung üblich ist.

Klassischer Close-up

Noch näher als beim Headshot kommt die Kamera für Großaufnahmen. Jetzt hat sie nur noch das Gesicht im Fokus und zeigt ganz ungeschönt, was mit ihm vorgeht. Models nutzen eine solche Nahaufnahme gern als Opener-Bild für ihr Model- oder Webbook, da sie die Wandlungsfähigkeit des Gesichts betont.

Extreme Close-Up

Aus allernächster Nähe kann die Kamera nur noch Details einfangen. Das ist interessant für Darsteller:innen, die bestimmte Kosmetik-Produkte bewerben bzw. als Hand- oder Fuß-Model posieren. Doch auch im Film entfaltet die Detailaufnahme einen ganz besonderen Effekt. Bekannt geworden ist sie durch den Kult-Western "Spiel mir das Lied vom Tod", wo der Regisseur zeitweise komplett auf die Augen fokussieren ließ.

Wer hat's erfunden?

Sergio Leone war jedoch nicht der Erste, der sein Team anwies, ordentlich "draufzuhalten". Das Verdienst der Nah- und Detailaufnahme gebührt David Wark Griffith, der diese Technik bereits 1911 einsetzte. In seinem Kurzfilm "The Lonedale Operator" konzentriert sich die Kamera mehrfach auf ein Werkzeug, das für den Verlauf der Handlung wichtig ist.

Wozu ist das gut?

Das verdeutlicht den eigentlichen Zweck der Nahaufnahme. Ein Head- oder Medium Shot bzw. Extreme Close-Up soll schwer erkennbare Dinge sichtbar machen und die Aufmerksamkeit des Publikums auf eine bestimmte Sache lenken. Handelt es sich um Großaufnahmen des Gesichts, rücken die Gefühle der/des Darstellenden in den Vordergrund - und zwar buchstäblich. Je dichter die Kamera für eine Nahaufnahme heranzoomt, desto intensiver wird der visuelle Kontakt mit den Zuschauer:innen.

Und sonst so?

Das heißt also, die Bedeutung eines Objektes wird durch das Close-Up verstärkt. Eine Nahaufnahme kann aber auch das Gegenteil bewirken. Hat das Objekt, das ganz dicht heranrückt, gar keine tragende Rolle, wird es zum Gag - wie der ominöse Koffer, dem die "Pulp Fiction"-Gangster nachjagen. Der Fachbegriff für einen derart überhöhten Gegenstand lautet McGuffin.
Zudem kann eine Nah- oder Detailaufnahme zur Überblendung genutzt werden. Indem die Kamera immer näher an Gegenstände oder Personen heranfährt, verschwimmen deren Konturen - um sich in der nächsten Einstellung neu zu formieren. Auch Ähnlichkeiten in Form und Farbe eignen sich für diesen Kniff - beispielhaft zu bewundern in Coppolas "Dracula"-Version, wo das Close-Up eines rollenden Schädels in die Nahaufnahme eines saftigen Bratens übergeht.

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