Petite Models

Lange Zeit galten für Models sogenannte Gardemaße. Sie durften eine bestimmte Körpergröße nicht unter- und einen bestimmten BMI nicht überschreiten. Diese Regelung griff sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Doch festgesetzte Körper- und Konfektionsgrößen gerieten zunehmend in die Kritik. Heute engagieren sich immer mehr Modelagenturen für kleine Models, denn Petite ist der neue Grand. Erfahre hier, was die Branche zum Umdenken bewegt hat und wie du selbst ein Petite Model werden kannst:

Eine für alle - die Vorreiter-Rolle des Petite Models Kate Moss

Dass Petite Models heute so erfolgreich sind, geschah nicht über Nacht. Noch bis vor Kurzem galten sie als Ausnahmeerscheinungen und mussten sich dementsprechend behaupten. Das beweist ein Blick zurück in die Blütezeit des Topmodel-Daseins: Ende der 1980er-/Anfang der 1990er-Jahre schritten wahre Riesinnen über die Catwalks der (Mode-) Welt. Als Frau mussten Models mindestens 175 cm groß sein; als Mann im Idealfall die Zwei-Meter-Marke touchieren.
Eher unrealistisch, wenn du bedenkst, dass die europäischen Durchschnittswerte bei 166 cm bzw. 180 cm liegen - und damit alle anderen Kontinente abhängen. Doch dann kam Kate Moss - die Frau, die als Wegbereiterin aller weniger großen Models gilt. Mit 1,70 m und einem fast schon androgynen Körperbau unterlief sie sämtliche Ansprüche der Designer - und verfolgte auch niemals das Ziel, Petite Model werden zu wollen. Dass es die gar nicht so kleine Britin dennoch schaffte, verdankt sie ausgerechnet einem Giganten der Branche. Die Modelagentur des US-amerikanischen Bekleidungsunternehmens Calvin Klein Inc. nahm Moss unter Vertrag und setzte sie als Werbegesicht in Szene.
Der Rest ist Geschichte - denn die markanten Gesichtszüge des Models hatten einen hohen Wiedererkennungswert und verhalfen ihr zu einem kometenhaften Aufstieg. Neben den damaligen Stars des Catwalks wirkte sie zwar wirklich petite; machte dieses Merkmal jedoch durch persönliche Größe wett. Vor allem aber genoss sie die Sympathie von Durchschnittsfrauen, die sich in Moss' Präsentationen besser wiederfanden als in der Vorführung durch Garde-Models.

Auf diesen Gebieten haben Petite Models die größten Chancen

Das ebnete auch anderen den Weg in die Branche und führte zur Gründung der ersten Petite Model Agencies. Die auf geringe Maße spezialisierten Vermittlungs-Unternehmen lancierten ihre Schützlinge so erfolgreich, dass es bald mehr Modelagenturen für kleine Models gab. Eine Karriere wie die von Kate Moss blieb den meisten jedoch versagt. Mittlerweile gibt es zwar viele Models unterhalb des einstigen Mindestmaßes; auf den Laufstegen großer Designer sind sie aber nur selten zu sehen.
Sehr viel häufiger arbeiten sie im kommerziellen Bereich wie dem Katalog- oder Glamour-Shooting. Hier präsentieren Petite Models Lingerie- oder Bademode; werden aber auch gern für Interior-Werbung eingesetzt. Weil kleiner gewachsene Frauen oder Männer auch kleinere Hände und Füße haben, kommen sie überdurchschnittlich oft als Fuß- oder Handmodel in Frage.
Ein weiteres großes Einsatzgebiet der Petit Models ist die Präsentation von High-Street-Ware; also Kleidung, die von jedermann bzw. jeder Frau getragen werden soll. Hier überzeugt eine (unter-) durchschnittliche Körper- oder Konfektionsgröße am meisten, da sie die Werte von "Normalbürgern" abbildet. Dafür werden bei Petite Model Agencies Frauen zwischen 1,55 m und 1,70 m oder Männer zwischen 1,62 m und 1,75 m nachgefragt.

Tipps für deine Karriere als Petite Model

Doch nicht alle kleiner gewachsenen Personen sind derart eingeschränkt. Mit einer auffälligen Haarfarbe oder Frisur bzw. durch ausgefallenes Posing kannst du deine Chancen als Petite Model erheblich steigern, weil du dir ein Alleinstellungsmerkmal schaffst. Achte jedoch darauf, dass optische Veränderungen deine Persönlichkeit wahren und bleibe stets du selbst. Schließlich ist es die Ausstrahlung, die Petite Models so interessant macht und aus der Masse gleichartiger Bewerber:innen herausstechen lässt. Die Anmeldung bei einer bekannten Modelagentur wie starboxx erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du trotz oder gerade wegen geringer Körpermaße als Model entdeckt wirst.