Auf Sendung! Fernsehen - wie es wurde, was es ist

Die Deutschen lieben ihre Flimmerkiste! In über 95 Prozent der Haushalte steht mindestens ein Fernseher. Trotz Internet schauen noch immer Millionen über drei Stunden täglich fern. Als Verbraucher sind Zuschauer eine unverzichtbare Zielgruppe: Damit bleibt Fernsehen ein wichtiges Medium der Werbebranche.

Was ist Fernsehen?

Fernsehen ist Television, aus Ton und bewegten Bildern, um die breite Masse zu informieren und zu unterhalten - ein Massenmedium! Fernsehen sendet live oder zeitversetzt nach Aufzeichnung. Aber TV ist kein Internet. Denn die Übertragung richtet sich einheitlich an ein Publikum - ohne dass der Zuschauer steuert, was gezeigt bzw. gesendet wird (abgesehen vom Griff zur Fernbedienung). Fernsehen kommt über drei Empfangswege ins Wohnzimmer: per Antenne und terrestrischer Funkübertragung, via Satellit oder über Kabel per Breitbandverteilnetz. Beim Satellitenfernsehen ist analoger Empfang schon seit 2012 Geschichte.

Was sehen wir eigentlich, wenn wir fernsehen?

50 Halbbilder die Sekunde: Dieses so genannte Zeilensprungverfahren hat sich bei den heutigen Fernsehformaten PAL, NTSC und SECAM etabliert. Deutschland und weitere europäische Länder beziehen Fernsehen per PAL-Verfahren, während in den USA NTSC und in Frankreich SECAM dominieren. Der Trick des Zeilensprungverfahrens? Die vom TV-Zuschauer subjektiv empfundene Bildwiederholungsfrequenz zu verdoppeln, so dass das Fernsehbild nicht nervig flimmert. Das funktioniert so: Erst wird ein, dann das andere Halbbild übertragen. Erst unser Auge setzt beide Halbbilder zu einem zusammen - zu 25 Vollbildern die Sekunde. Das spart Übertragungsbandbreite. Fernseher mit Kathodenstrahlröhren haben übrigens ausgedient: Heute machen flache Plasma- und OLED-Bildschirme den Job.

Wer hat den Fernseher erfunden?

1935 wurden in Deutschland erstmalig TV-Programme gesendet, doch erste Versuche gab es deutlich früher. 1843 meldete Alexander Bain einen Kopiertelegraphen zum Patent an, der Zeichnungen als Schwarzweißbilder elektrisch übertragen konnte. Das weltweit erste Faxgerät war geboren! Weil sich das Patent elektrischer Bildzerlegung bediente, legte es die Basis für Bildtelegrafie und Fernsehen. 1883 legte Paul Nipkow fernsehtechnisch nach: Sein Elektrisches Teleskop zerlegte Bilder in Hell-Dunkel-Signale und setzte diese wieder zusammen. Schade - es gab noch kein Fernsehverfahren, um diese praktische Erfindung zu nutzen. Erst 1906 bastelte Max Dieckmann ein TV-Gerät aus der Braunschen Röhre seines Ziehvaters Ferdinand Braun, das bewegte Bilder in bescheidener Auflösung zeigte. Aber auch Dieckmanns Erfindung verschwand im Nirwana: Weder gab es taugliche Fernsehkameras, noch war die komplizierte Bildröhre preiswert zu haben. Also entwickelte ein Ungar den ersten elektronischen Fernseher. Mitte der 1920er Jahre machte man in Großbritannien, den USA und Deutschland erste Versuche drahtloser Bildübetragung - und 1926 war der Prototyp des Elektroingenieurs Kálmán Tihanyi funktionsbereit. Das Patent seines "Radioskops" zählt heute zum Weltdokumentenerbe.

Wann flimmerten die ersten Bilder über die Mattscheibe?

Die erste Fernsehübertragung weltweit mit Wiedergabe auf Kathodenstrahlröhre brachte Manfred von Ardenne im Dezember 1930 auf den Weg und stellte bei der Funkausstellung in Berlin das allererste System vor, das Fernsehen auf lange Zeit prägen sollte. Die Übertragung der Olympischen Spiele vereinte die Deutschen 1936 vor den Bildschirmen, doch der Kriegsbeginn 1939 bedeutete erstmal das Aus für TV in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das deutsche Fernsehen einen frischen Anlauf: Weihnachten 1952 fiel mit dem Programm des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) - dem späteren Das Erste - der Startschuss. Ein dezentral organisiertes Rundfunkprogramm, orientiert an der britischen BBC, um einer erneute Gleichschaltung der Medien wie in der Nazizeit zu verhindern. Auch beim Programm ließ man sich durch die Engländer inspirieren, ob Krimi oder Nachrichtenmagazin. Allerdings sah noch 1957 nur ca. ein Prozent der Deutschen fern: Die Geräte waren teuer, der Unterhaltungswert ausbaufähig. Fernsehen? Nee, wie langweilig - da gehe ich lieber ins Kino!

Wie kam es zur heutigen Sendervielfalt?

1963 trat das ZDF auf den Plan, das sich pure Unterhaltung auf die Fahnen geschrieben hatte. Der neue Sender zeigte Filme, Shows und Serien. Außerdem gründeten sich peu à peu ab 1964 die Dritten Programme von WDR bis NDR, um einen Bildungsauftrag zu erfüllen: Mit Telekolleg am Bildschirm Englisch lernen oder Algebra-Kenntnisse vom Sofa aus auffrischen? Erfahren, was in der eigenen Region passiert? Sache der Dritten. Bis dato noch schwarzweiß, erstrahlte die Mattscheibe ab 1967 endlich in Farbe. Bis zur Einführung des Dualen Systems dauerte es noch bis 1981. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich eine neue Angebotsvielfalt - aus öffentlich-rechtlichem Fernsehen und Privaten, über die Empfangswege Satellit und Kabel zu sehen. Die neuen Privatsender waren werbefinanziert und sprangen mit Game- und Talkshows oder Erotikformaten in die Unterhaltungslücke der Öffentlich-Rechtlichen. Mit dem MPEG-Standard (Moving Pictures Expert Group) erweiterten sich die TV-Optionen erneut. MPEG brachte die digitale Bild- und Tonkompression - für digitales Fernsehen.

Wie funktioniert der Sendersuchlauf?

Da steht er, der neue Flachbildfernseher. Aber bevor Du nach Lust und Laune zappen kannst, heißt es erstmal Sender einstellen. Der eingebaute Sendersuchlauf sucht automatisch nach Sendefrequenzen in einem festen Wellenspektrum eines Tuners und speichert diese ab, ob TV-Digitalreceiver, Satellitenempfänger, Antennen-- oder Kabelfernsehen. Dabei erkennt die Technik: Ist das eine Sendefrequenz - oder nur ein Hintergrundrauschen? Manuelles Tunen von Sendern und Speichern von Programmplätzen von Hand war gestern.

Wie geht das eigentlich, Beiträge ausstrahlen?

Jedes Programm hat seine eigene Sendestraße. Ausspielsoftware steuert Videoserver bzw. LMS (Library Management System) an. Alles läuft darüber, ob Starten von Audio- bzw. Videosignal oder Mischen. Heute können Aufsichtsingenieur:innen die Ausstrahlung vieler Fernsehprogramme gleichzeitig überwachen. Plötzliche Änderungen? Dann greift er oder sie kurzfristig ein, statt zeitraubend ins Kellerarchiv zu gehen. Benötigte Szenen werden am PC aus dem Archiv geschnitten und direkt ins laufende Programm eingebunden, alle Daten vollautomatisch zum Videoserver übertragen.

Wie finanzieren Sender sich und Ihre Programme?

Öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen staatlichen Programmauftrag. Daher finanzieren sie die Produktion großteils aus Rundfunkgebühren und erst in zweiter Linie aus Werbung und dem Verkauf von Lizenzen eigener TV-Produktionen. Die Privaten dagegen produzieren oft nicht selbst, sondern geben Programminhalte zur Produktion in Auftrag oder kaufen Inhalte wie quotenstarke US-Serien. Ganze TV-Formate oder einzelne Pay-TV-Sendungen kannst Du als Zuschauer individuell einkaufen. Hast Du bezahlt, schaltet ein Dekoder Dein Wunschfernsehen frei. Private Anbieter finanzieren sich über Werbung. Schließlich ist das Medium Fernsehen besonders gut darin, Emotionen beim Verbraucher zu wecken! Verkaufsshows und Dauerwerbesendungen der Home-Shopping-Sender laufen sogar rund um die Uhr.

Wo steht Fernsehen heute? Jedem das Seine ...

Angesichts wachsender Kanal-, Angebots- und Sendervielfalt sowie Internetnutzung ist d a s Fernsehen Geschichte. Jeder kann sein(e) eigenene(r) Programmdirektor:in sein, ob Entertainment oder Meinungsbildung. Das Fernsehen strengt sich an, damit Schritt zu halten: Seit 2007 startete das ZDF mit einer Internetplattform namens Mediathek. Ab sofort konnten die Öffentlich-Rechtlichen nicht nur live, sondern auch zeitversetzt geschaut werden.

Was geht dank Streaming ?

Wie Studien verraten, sind heutige Jugendliche seltener vor dem Fernseher zu finden als ihre Eltern - sie sind lieber im Internet unterwegs. Dazu passt, dass die Chefs von Netflix Fernsehen schon lange für einen Dinosaurier halten. Der Grund für die Beliebheit von Anbietern wie Netflix, Amazon Prime oder Disney+? Nicht zuletzt deren Eigenproduktionen. Streaming-Dienste bieten Serien, Filme, Shows und Dokus auf Abruf. Klassisches Fernsehen kannst Du weiter per Satellit, Kabelanschluss oder per Funk mit DVBT2 empfangen. Doch dank IPTV und Streaming-TV kannst Du auch noch anders hochauflösendes Fernsehen gucken. Bei IPTV ist ein Vertrag zu schließen, während Du über Streaming-TV jeden schnellen Breitbandzugang nutzen kannst. Über Anbieter wie SkyQ, Joyn, Zattoo, Waipu.TV oder MagentaTV kannst Du per App von jedem Endgerät aus fernsehen. Überall, ohne Satellitenschüssel oder andere Hardware.

Lust, beim Fernsehen zu arbeiten?

Spot an, die Kamera hat Dich im Fokus, du lernst Stars hautnah kennen. Fernsehen bietet zahlreiche Perspektiven: Produktionsfirmen drehen Soaps, Primetime-Shows oder Scripted-Reality-Formate im Senderauftrag. Doch egal, ob Du vor der Kamera stehts oder dahinter werkelst, du solltest offen und kommunikativ sein. Das Motto: Work hard, party hard!, gilt auch beim Fernsehen. Außerdem ist das Web klassischem Fernsehen hart auf den Fersen: Oft stecken dort besonders kreative, experimentierfreudige Köpfe - und andere Möglichkeiten, Mittel für Produktionen zu generieren. Trotzdem: Was im TV flockig-federleicht aussieht, ist harte Arbeit, zu unkonventionellen Zeiten - ob als Maskenbildner oder als Schauspieler oder Moderator. Dabei wirst Du pro Engagement beschäftigt und bezahlt. Auch Newcomer haben hier gute Chancen: Als Hairstylist für ein privates Primetime-Format in Umstyling-Shows coole Frisuren zaubern? Als pfiffiges Kind in einer Kika-Quiz- und Spielshow mitmachen? Oder sich als Rentner im Alltag mit der Kamera begleiten lassen? Auch Models und neue Gesichter jeden Alters werden laufend für verschiedenste TV-Projekte gesucht.

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